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Warnstreik bei der Spedition Hellmut Schmid

Ginsheim Gustavsburg

Warnstreik bei der Spedition Hellmut Schmid

Ginsheim-Gustavsburg, 3. September 2021. ver.di rief rund 100 Beschäftigte der Hellmut Schmid Spedition GmbH & Co KG (Tochterunternehmen der bekannten ABS Bonifer) am 3. September zum Warnstreik auf. Die Hellmut Schmid Spedition transportiert Kraftstoff an namhafte Tankstellen im Rhein-Main-Gebiet.

Warnstreik bei der Spedition Hellmut Schmid Ginsheim Gustavsburg
ver.di Warnstreik bei der Spedition Hellmut Schmid Ginsheim Gustavsburg

Hintergrund ist, dass sich die Beschäftigten Anfang dieses Jahres in der Gewerkschaft ver.di organisiert haben, um den tariflosen Zustand zu beenden und faire Arbeitsbedingungen zu vereinbaren.

Die Arbeitgeberseite ist daraufhin ohne weitere Verhandlung in den Arbeitgeberverband eingetreten, um sich betriebsangepassten Regelungen zu entziehen. „Spezielle betriebliche Regelungen wären auch bitter nötig, denn der Flächentarifvertrag ist unspezifisch und definiert für einen weitgefassten Branchenbegriff lediglich unabdingbare Mindestbedingungen“, so Andreas Jung, Verhandlungsführer für die Gewerkschaft.

„Vor allem die Bereiche Haftungsausschluss, Betriebsrente und Aufstockung Kurzarbeitergeld sind für die Beschäftigten wichtig, die hier tagtäglich Gefahrgut transportieren und ein hohes Maß an Verantwortung tragen“ erläutert Nicole Lämmerhirt, zuständige Gewerkschaftssekretärin. „Diese Themen sind wichtig für die Beschäftigten und im Flächentarifvertrag, der lediglich Mindeststandards definiert, nicht geregelt“, so Lämmerhirt weiter.

Die Arbeitgeberseite hat ihre Verhandlungs- und Gesprächsbereitschaft zu den letztgenannten Themen kategorisch ausgeschlossen. „Dann bleibt uns keine andere Wahl, als gezielt in einzelne Arbeitskampfmaßnahmen einzutreten“, so Verhandlungsführer Andreas Jung. Ob und wieweit in den nächsten Wochen weitergestreikt werde, hänge ausschließlich von der Bereitschaft der geschäftsführenden Gebrüder Bonifer ab. Die Gewerkschaft macht dazu noch keine Angaben.

Für das Rhein-Main-Gebiet kann es in den nächsten Wochen zeitweise zu Lieferengpässen an den Tankstellen kommen, dabei sind mehrere große Marken betroffen.